Niederschlagswassergebühr senken.
Die sechs häufigsten Fehler im Gebührenbescheid – und wie Eigentümer von Gewerbegrundstücken ohne Umbau weniger zahlen.
Jeder Quadratmeter kostet – jedes Jahr.
Die meisten Städte teilen die Abwassergebühr in zwei Teile: Schmutzwasser nach Frischwasserverbrauch und Niederschlagswasser nach der Fläche, von der Regen in den Kanal fließt. Dächer, Asphalt und Beton zählen voll, was versickert, zählt nicht oder nur anteilig.
Die Rechnung im Bescheid ist einfach: veranlagte Fläche mal Gebührensatz. In Köln sind das 2026 zum Beispiel 1,39 € pro Quadratmeter und Jahr – bei 10.000 m² also 13.900 €. Jeder Quadratmeter, der zu Unrecht im Bescheid steht, kostet damit Jahr für Jahr Geld.
Viele Bescheide beruhen auf einer Erhebung, die Jahre zurückliegt. Seitdem hat sich auf Gewerbegrundstücken oft viel geändert. Bei großen Flächen lohnt sich deshalb ein genauer Blick.
Sechs Gründe, warum Sie zu viel zahlen.
1. Unbefestigte Flächen berechnet
Schotter, Splitt oder Sand ohne Ablauf stehen als versiegelt im Bescheid – oft aus einer alten Luftbild-Auswertung.
2. Kein Kanalanschluss
Regenwasser versickert in Wiese, Mulde oder Rigole oder wird in einer Zisterne gesammelt. Dann zählt die Fläche meist gar nicht.
3. Abriss nicht gemeldet
Halle abgerissen, Boden heute offen – die Stadt berechnet weiter den alten Bestand, bis ihr jemand die Änderung mitteilt.
4. Abschläge fehlen
Gründach, Rasengitter oder Ökopflaster zählen in vielen Satzungen nur anteilig – aber nur, wenn der Abschlag beantragt ist.
5. Veraltete Flächen
Teilflächen verkauft, Grenze verschoben, Parkplatz zurückgebaut: Der Bescheid läuft oft jahrelang mit den alten Zahlen weiter.
6. Falsch zugeordnet
Gemeinsame Zufahrten oder Flächen des Nachbarn landen auf dem eigenen Bescheid – oder werden doppelt gezählt.
Ohne Umbau, mit einer Mitteilung.
Steht eine falsche Fläche im Bescheid, teilt der Eigentümer der Stadt die tatsächlichen Flächen mit – mit Lageplan und Fotos. Die Stadt prüft das und erlässt einen neuen Bescheid. Ein Umbau ist dafür nicht nötig.
Meist wird nur für die Zukunft korrigiert, oft ab dem nächsten Veranlagungsjahr. Wer früh prüft, spart deshalb früher. Gegen einen Bescheid selbst gelten kurze Fristen; Fragen dazu beantwortet eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt.
Weiterlesen: Schotter, Pflaster, Gründach · Gebührenbescheid prüfen · Gebührensätze nach Stadt
Gebühr senken – gut zu wissen.
Muss ich für eine niedrigere Gebühr umbauen?
Nein. In den meisten Fällen geht es darum, dass die Stadt die richtige Fläche berechnet. Ein Umbau – etwa Entsiegelung oder Gründach – kann sich zusätzlich lohnen, wenn Sie ohnehin bauen.
Bekomme ich Geld für vergangene Jahre zurück?
Meist nicht: Die Korrektur gilt in der Regel für die Zukunft. Je früher Sie prüfen, desto eher sparen Sie.
Wie finde ich heraus, ob mein Bescheid stimmt?
Vergleichen Sie die veranlagte Fläche mit Ihren Dächern und befestigten Flächen. Unsere kostenlose Ersteinschätzung macht das automatisch aus Luftbild und Kataster – in 5 Minuten im Postfach.
Wie viel zahlen Sie zu viel?
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